Statement der Migrantifa Bremen zur Kundgebung ein Jahr nach Hanau

Wir dokumentieren hier in Solidarität das Statement der Migrantifa Bremen im Nachgang zu Gedenkkundgebung am 19.02.

Ein Jahr ist nach dem rassistischen Attentat auf Mercedes Kierpacz, Vili Viorel Păun, Kaloyan Velkov, Sedat Gürbüz, Ferhat Unvar, Said Nesar Hashemi, Hamza Kurtović, Fatih Saraçoğlu und Gökhan Gültekin, vergangen. Wir werden euch nicht vergessen.

Ein Jahr voll Trauer, Wut, Organisation und Widerständigkeit.

Ein Jahr, in dem kaum ein Tag vergang, an dem keine rechten Strukturen in staatlichen Institutionen wie Bundeswehr, Polizei und Feuerwehr offengelegt wurden.

Vor diesem Hintergrund, nahmen wir uns den öffentlichen Raum und gedachten am 19.02 unseren Geschwistern, mit zwei Gedenkinstallationen.

Bei der anschließenden Kundgebung forderten wir mit 700 Menschen: Aufklärung, Konsequenzen, Gerechtigkeit und Erinnerung. Forderungen, für die Überlebende und Hinterbliebene, die seit einem Jahr unermüdlich kämpfen.
Doch schon von Beginn an, wurde ein würdevolles Gedenken, durch die Bremer Polizei verunmöglicht.

Immer wieder wurde das Programm gestört, Redebeiträge und die Moderation unterbrochen, seitens der Polizei wurde damit gedroht, die Kundgebung aufzulösen. Grund dafür war, dass die Polizei Bremen auf Abstände bestand, die bereits ohne ihr zutun eingehalten wurden. Das agressive und pietätlose Auftreten der Polizei, bestärkt uns in der Annahme, dass sie von vornherein auf Eskalation und Provokation aus waren.

Wir können einmal mehr betonen: Die Polizei hat auf einer Gedenkkundgebung für Opfer rechten und rassistischen Terrors, absolut nichts verloren, geschweige denn zu melden.

Sie sind es, die Listen erstellen, Waffen horten und unsere Geschwister terrorisieren und ermorden, sie sind der NSU 2.0.
Sie sind jene, die mit ihrem faschistoiden Korpsgeist, überall Gewalt gegen marginaliserte Gruppen ausüben ohne, mit Konsequenzen rechnen zu müssen.

Teilnehmer*innen der Gedenkkundebung, die von der Polizei belästigt wurden und ihre Personalien abgeben mussten, wollen wir wissen lassen, dass ihr nicht alleine damit sein müsst. Wenn ihr einen Brief von der Polizei bekommt, könnt ihr euch beim Ermittlungsauschuss melden. Eine Gruppe die Menschen, die von Repressionen betroffen sind, unterstützt: eabremen[ät]nadir.org